Punkte auf fremden Plätzen für beide Mannschaften?

Türkspor Neu-Ulm – TSV Ehningen (Samstag, 15:00 h)

Nach der Kür gegen Sonnenhof Großaspach steht nun wieder die Pflicht an. Wobei gefühlt jedes Verbandsligaspiel weiterhin den Charakter von etwas Besonderem hat. Eine gewisse Euphorie war nach dem Sieg gegen Dorfmerkingen unverkennbar, immerhin hatte man eines der arrivierten Teams geschlagen. Natürlich können und werden Rückschläge eintreten. Allerdings sind Punkte gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf natürlich Gold wert. Insofern kommt der Partie eine besondere Bedeutung zu.

Türkspor Neu-Ulm entwickelte sich in den letzten 13 Jahren kontinuierlich. Bis 2013 in der Kreisliga B, dann bis 2015 in der Kreisliga A, 2019 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga, gleich 2020 der Durchmarsch in die Landesliga, und im Jahr darauf sogar der unmittelbare Sprung in die Verbandsliga! Aus der musste man 2022 absteigen, ehe in diesem Jahr der Wiederaufstieg gelungen ist.

Auch wenn die kritische Haltung von Johannes Pfeiffer nach dem Pokal-Schlager gegen Sonnenhof Großaspach überraschen mag, darf man seinen Äußerungen eine gewisse Bedeutung beimessen. Denn eines ist offensichtlich. Der Kader des TSV Ehningen scheint bisher sehr gut und sehr ausgeglichen besetzt. Damit dürfen für den Trainer Faktoren wie taktische Disziplin und Umsetzung des gefassten Planes ganz entscheidend dafür sein, wer in der Startformation steht.

Personell sind keine großen Veränderungen zu erwarten, davon ausgehend, dass sich niemand verletzt hat. Zu hoffen ist, dass alle die Anstrengungen vom Mittwochspiel aus den Knochen und der Muskulatur bekommen.

Zu viel ist über den kommenden Gegner nicht bekannt. Die vorhandenen Informationen werden ausgewertet und in die Taktik einfließen. Den Gastgebern wird zugesprochen eine gute „Zocker-Mannschaft“ mit einigen gestandenen Spielern aufzubieten.

Nach einem Auftaktsieg in Friedrichshafen, einer knappen Heimniederlage gegen Oberligaabsteiger und einem Unentschieden bei Calcio Leinfelden-Echterdingen geht es für den Mitaufsteiger darum, den ersten Heimsieg einzufahren.

„Wir werden so rangehen wie die letzten Wochen auch, werden versuchen uns das Spiel durch zu bekommen. Positiv ist, dass wir durch die aktuellen Ergebnisse keinen ganz großen Druck haben. Aber klar, die Gier nach den nächsten drei Punkten ist vorhanden. Wir müssen hart arbeiten und das muss die junge Mannschaft auch lernen, wir können uns jetzt nicht ausruhen. Nach dem gewonnenen Heimspiel und vor dem Pokalspiel war alles so bisschen gelöst und vielleicht auch ein wenig entspannter. Jetzt muss wieder der Fokus voll auf den Liga-Alltag kommen. Immer nur das letzte Spiel und das nächste sind interessant. Das nächste, weil wir es gewinnen wollen und das letzte weil wir daraus Energie ziehen wollen.“ lässt Johannes Pfeiffer keine Zweifel um was es geht.

Es gibt noch Restplätze für die Busanreise mit der Mannschaft – siehe Chart.

Fortuna Böblingen – TSV Ehningen II (Sonntag, 13:00 h)

„Nach einer vierjährigen Pause schlägt für Fortuna ein neues Kapitel auf: Mit großer Unterstützung aus dem Vereinsumfeld, dem Engagement vieler ehemaliger Spieler, Verantwortlicher und Freunde des Vereins sowie der Begeisterung zahlreicher Zuschauer startet Fortuna Böblingen 2026 wieder im regulären Spielbetrieb der Kreisliga B.

Dieser Neustart ist für uns mehr als eine sportliche Rückkehr. Er ist ein Zeichen dafür, dass Leidenschaft, Zusammenhalt und Vereinsgeist auch schwierige Zeiten überdauern.“ So beschreibt der 1975 gegründete Verein seinen Re-Start.

Aus der Freizeitkickerei, der Kreisliga B bis in die Bezirksliga und dem Einstellen des Spielbetriebs reicht die Geschichte des „etwas anderen Fußballvereins“ (eigene Beschreibung).

Zahlreiche Vorbereitungsspiele wurden absolviert, das erste Punktspiel bei Büsnau II ging knapp mit 3:4 verloren.“Fortuna Böblingen ist auch wieder eine Mannschaft die schwer einzuschätzen ist.“ weiss Spielertrainer Ishak Bayrak. „Die haben ihr Spiel knapp verloren. Wenn man sieht, dass die ja erst seit paar Wochen zusammen trainieren und auch schon beachtliche Ergebnisse in der Vorbereitung erzielt haben, haben die Fortunen nichts zu verlieren. Die sind noch in der Findungsphase, machen es trotzdem gut und haben mit Zeljko Milcic einen Trainer an der Seitenlinie, der die Mannschaft auch jetzt gegen Ehningen im Derby gut einstimmen wird. Der will das Ding nicht verlieren gegen uns.“

„Wir gehen einfach in diese Partie so rein wie gegen Türk SV Herrenberg, da haben wir wirklich ein richtig gutes Spiel gemacht. Die Fehler vom Wochenende gegen Slaven Stuttgart wollen wir vermeiden, speziell die zu einfachen Gegentore.“ so der Plan. „Die haben wir unter der Woche angesprochen. Wir werden Fortuna Böblingen auf gar keinen Fall unterschätzen. Die haben ihre genügend individuelle Qualität, sind clever und erfahren. Wir schauen nach uns und wollen über die spielerische Komponente und über die Fitness über 90 Minuten überzeugen.“

„Ich möchte natürlich am Wochenende unseren zweiten Saisonsieg einfahren und freue mich auf Fortuna Böblingen. Schön, dass sie wieder am Spielbetrieb teilnehmen. Man kennt den einen oder anderen und es kann auf jeden Fall ein Geduldsspiel werden – wir wollen natürlich eine Siegesserie fortsetzen.“ so der Ehninger Coach.