
TSV Ehningen – SF Dorfmerkingen (Samstag, 14:00 h)
Eine Niederlage die Hoffnung macht? Das klingt nur im ersten Moment widersinnig. Bei genauem Hinsehen war das Spiel in Hollenbach trotz der Niederlage ein Fortschritt und hat aufgezeigt, wie gut die Blaugelben in der Verbandsliga angekommen sind. Man hat einem der großen Titelfavoriten über 90 Minuten Paroli geboten und war dem Unentschieden recht nahe.
Während FSV Hollenbach Trainer Reinhard Schenker von einem „Arbeitssieg“ sprach, wurde Johannes Pfeiffer zufrieden zitiert „Wir haben uns im Vergleich zum ersten Spiel deutlich gesteigert und waren zu jeder Zeit gefährlich“.
Die Steigerung sollte sich fortsetzen, wenn man gegen die SF Dorfmerkingen bestehen will. Sie gehören seit fast 30 Jahren zum Kreis der besten württembergischen Vereine!
Die Gäste kommen aus einem zu Neresheim gehörenden Teilort, der ca. 1.000 Einwohner zählt. Dorfmerkingen spielte bis in die 1990er Jahre in unterklassigen Amateurligen. 1997 konnten die Sportfreunde erstmals in die Verbandsliga Württemberg aufsteigen und errangen hier in der ersten Spielzeit die Vizemeisterschaft.
Alle Erfolge aufzuführen würde den Rahmen sprengen, daher in aller Kürze als Aufzählung:- Meister Verbandsliga Württemberg: 2000, 2019- Meister Landesliga Württemberg: 1997, 2017- WFV-Pokalsieger: 1998, 2017,- Teilnahme am DFB-Pokal: 1998/99, 2017/18.Das ist schon eine Riesen-Hausnummer!
Dorfmerkingen gehörte in der vergangenen Spielzeit zum ersten Drittel der Verbandsliga und belegte mit 51 Punkten den vierten Platz. In der Gegenwart steht das Team mit zwei Siegen aus zwei Spielen gleichauf mit den Topfavoriten und will sicher dauerhaft oben mitspielen. Als Saisonziel wurde ein Platz in den Top fünf angegeben. Ein Fingerzeig auf eigene Ambitionen bedeutet vielleicht, dass man verzichtet hat jemand anderes als Meisterschaftsfavorit zu benennen.
Wie schon in Hollenbach gab es wenige Wechsel vor dieser Saison, sodass die Mannschaft eingespielt ist. Trainer Stefan Schill kann auf ein breites Angebot von erfahrenen Leistungsträgern zurückgreifen, ein sehr erfahrenes und stabiles Team wird so seine Visitenkarte auf der Schalkwiese abgeben. Der Coach selbst geht übrigens bereits in sein 7. Jahr im Verein und war zunächst drei Jahre für Dorfmerkingen II zuständig – auch hier ist Kontinuität Trumpf! Zwei Siege bisher sind eine Ansage an die Konkurrenz und nicht zuletzt an die Schalkwiesenkicker.
Die Personalsituation bei den Blaugelben ist weiterhin unverändert. Die Langzeitverletzten sind noch nicht wieder im Training, teilweise stehen sie aber kurz davor. Luca Fenchel ist im Urlaub, Nils Hesmer kommt nächste Woche von seinem Auslandssemester zurück und kann dann langsam herangeführt werden. Einige Spieler haben leichte Beschwerden, praktisch alle sind einsatzfähig, allerdings gibt es noch einige, die noch nicht wirklich bei 100 % sind. Da fehlt noch die Fitness, weil sie erst seit ein zwei Wochen im Mannschaftstraining sind.
„Wir werden am Donnerstag anhand der Videoanalyse versuchen, die positiven Aspekte aus dem Hollenbachspiel herauszuarbeiten, aber natürlich auch die kritischen Dinge anzusprechen.“ kündigt Johannes Pfeiffer an. “ In beiden bisherigen Spielen waren wir nicht wirklich schlecht, einmal mit mehr Glück, einmal mit weniger – da wäre es fahrlässig, bereits zufrieden zu sein, denn wir haben in beiden Spielen nicht das Maximum herausgeholt.“
„Die nächsten Wochen sind aber weitere Schritte nötig, es muss uns allen klar sein, dass wir in Hollenbach zwar ein gutes Spiel abgeliefert haben, aber nicht automatisch ab jetzt alles wie von selbst läuft. Da ist wichtig, dass das den Spielern und uns im Trainerteam klar ist, da kommt mit Dorfmerkingen sicher der nächste richtig schwierige Prüfstein“ warnt der Coach.
„Die sind mit dem unerwartet klaren Sieg in Bietigheim – Bissingen und dem nur vom Ergebnis her knappen Sieg gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen super in die Saison gestartet. Sie haben ein relativ einfaches Spielsystem und sind eine eingespielte und erfahrene Mannschaft, deren Spiel auch auf der Physis beruht. Damit sind sie sehr schwierig zu bespielen. In der Verbandsliga gibt es einige Mannschaften, die sich über diese Fähigkeiten definieren und da müssen wir natürlich dagegen halten mit unseren Möglichkeiten.“ weist er darauf hin wie anspruchsvoll die Aufgabe sein wird.
Ganz unverwundbar scheint Dorfmerkingen allerdings auch nicht, da verweist Ehningens Trainer auf das Pokalspiel in Sindelfingen. „Wir müssen das mit unserer Mannschaft annehmen, aber irgendwie auch versuchen, den Gästen unser Spiel aufzudrücken. Dann wird es wahrscheinlich wieder so sein, dass Kleinigkeiten entscheiden werden. Wer macht die einfachen Fehler? Wer ist vom Tor effizienter?“ verweist Pfeiffer. „Unser Ziel ist natürlich ganz klar, dass wir zu Hause punkten, am besten natürlich dreifach und mit dem guten Gefühl, das wir jetzt bereits haben, die Runde weiter fortführen. Wir wollen den nächsten positiven Schritt nach vorne machen.“
