

VfB Bösingen – TSV Ehningen (Freitag, 19:00 h)
Es ist kein Geschenk zum 90-jährigen Jubiläum der Fußballabteilung des TSV Ehningen. Durch einen Regelverstoß des VfL Pfullingen (es wurde ein Spieler eingesetzt, der nicht im Spielbericht eingetragen war) wurde das Pokalspiel vom letzten Freitag für die Blaugelben gewertet und so steht man in der dritten Runde. Erstmals in der Vereinsgeschichte hat man so die Chance, ins Achtelfinale des wfv-Pokal vorstoßen zu können. Gleichzeitig ist man nicht nur die am höchsten spielende Mannschaft aus dem Kreis Böblingen, sondern die einzige noch verbliebene im Wettbewerb.
Bösingen ist eine Konstante in der Landesliga Staffel 3 und mischt seit Jahren meist vorne mit. Eine Konstante auf der Bank stellt Trainer Peter Leopold dar, der bereits seit 2019 coacht. In den vergangenen Spielen in der Landesliga gegeneinander behielten bis auf wenige Ausnahmen die jeweiligen Heimteams die Oberhand. Spektakuläre Ergebnisse waren ein 8:0 für Bösingen im Jahr 2011 und ein 6:0 für Ehningen 2024. Das waren aber Ausnahmen, meist ging es eng zu.
Überschattet wird das aus Sicht des TSV allerdings von der Personalsituation und so ist die Vorfreude eher überschaubar. Zum ersten Mal haben diese Woche wieder Spieler wie Christian Bildl, Manuel Nothacker und Leon Nowak mittrainiert, die zuvor in den letzten Wochen jeweils nicht dabei waren. Ihr Einsteigen ist ein bisschen das Licht am Ende des Tunnels. Dafür hat sich Angelo Di Stefano kurzfristig aus familiären Gründen in seiner Heimat in den Urlaub verabschiedet, für sein Team zu einem bitteren Zeitpunkt, aber völlig verständlich. Musa Karakas wird auch in den Urlaub gehen, dafür ist Lion Janzen jetzt wieder verfügbar, aber noch nicht schmerzfrei. Insgesam ist es so, dass es wieder sehr eng wird und zu hoffen ist, dass am Freitag genügend fitte Kaderspieler zur Verfügung stehen.
„Bereits beim letzten Mal habe ich schon so ein bisschen durch die Blume gesagt, dass uns das nicht sehr gelegen kommt.“ schränkt Johannes Pfeiffer den Pokal-Ehrgeiz deutlich ein. „Jetzt ist es halt so, dass es gar nicht reinpasst. Die Prio eins ist, dass sich keine weiteren Spieler verletzen. Das können wir uns jetzt einfach eine Woche vor dem Start nicht mehr erlauben, auch wenn zum Ligastart dann wieder 2-3 Leute zusätzlich aus dem Urlaub zurück sein werden.“
„Es ist leider insgesamt so, dass wir kaum Fortschritte in der Hinsicht erzielen werden und zum anderen am Sonntag noch das Testspiel in Bad Boll haben. Vernünftig wäre es abzusagen, aber ich finde es auch nicht ganz so cool, wenn das bei uns passiert, deswegen werden wir das Spiel dann auch spielen“ stellt der Coach fest. „So haben wir am Wochenende wieder eine Doppelbelastung und das Hauptziel bleibt verletzungsfrei zu bleiben.“
„Natürlich wollen wir inhaltlich trotzdem auch diese beiden Spiele nutzen, gleichzeitig dienen sie auch als intensive Laufeinheiten. Viele wissen, dass es in Bösingen nicht sehr angenehm ist zu spielen, die Anforderungen werden ähnlich wie in Pfullingen sein, sich auf die Spielweise des Gegners einzustellen, die Präsenz und Körperlichkeit anzunehmen und auch den Druck der gegnerischen Fans auszuhalten.“
Insofern kann jeder einzelne Spieler wieder einen individuellen Schritt nach vorne machen und zumindest mental sind Spiele wie in Pfullingen und Bösingen am Ende sogar gute Einheiten gegen kampfstarke Gegner.
„Das wird sicher wieder eine ekelige Partie“ erwartet der Ehninger Coach. „Ich wünsche mir da eine konsequentere Spielleitung als zuletzt.“ Gleichzeitig ist für ihn klar „Wenn wir schon nach Bösingen fahren, wollen wir das Spiel auch gewinnen und die Erfahrung mitnehmen und somit das Beste aus der Situation machen.“ Der gastgebende VfB Bösingen hat übrigens, wie schon Pfullingen, in der letzten Saison das Achtelfinale erreicht und strebt die Wiederholung an.
