
Es gibt Parallelen zwischen dem Pokalgegner Dettingen und dem TSV Ehningen. Auch Dettingen hatte vor der letzten Saison niemand auf dem Zettel. Allerdings manövrierte man sich mit einem Raketenstart von sechs Siegen schnell in eine Spitzenposition. Diesen Vorsprung verteidigte man über die Runde relativ sicher und konnte so nach 20 Jahren Pause wieder für die Landesliga planen. Auch in Dettingen gibt es einen gewissen Umbruch, acht Spieler stießen neu zum Kader, einige Routiniers beendeten ihre Karriere oder wollen kürzer treten.
Beim TSV Ehningen war es erst die Endphase der Saison, die das Team auf Meisterkurs brachte. Und so gelang erstmalig in der Vereinsgeschichte der Aufstieg in die Verbandsliga. Hier ist die Aufgabe für das Trainerteam wahrlich riesig, aus zehn verbliebenen Spielern und 15 Neuzugängen muss eine neue Mannschaft geformt werden. Nach dem Trainingsstart am 3.Juli kann dieser Prozess noch nicht abgeschlossen sein, er wird sicherlich noch bis zum Saisonstart am 15. August und auch darüber hinaus andauern.
Trotzdem ist das Pflichtspiel im Wfv-Pokal ein kleiner Indikator dafür, wo man steht und zu welchen Leistungen einzelne Spieler fähig sind. Ein Weiterkommen wäre auch deshalb wünschenswert, um eine Woche später noch eine Partie unter Wettkampfbedingungen absolvieren zu können, bevor man dann noch weitere zwei Wochen an den Stellschrauben in Richtung neue Runde drehen kann.
Mit dem Trainingslager am letzten Wochenende zeigte sich Trainer Johannes Pfeiffer sehr zufrieden. „Die Trainingseinheiten vor Ort waren gut. Wir hatten eigentlich bis auf den letzten Tag echt gutes Wetter. Das Ziel, dass die Mannschaft zusammen wächst wurde auf jeden Fall erfüllt.“ führt der Coach aus. „Es war schon sehr anstrengend und durchgetaktet, in zweieinhalb Tagen gibt’s echt kaum Zeit zum ausruhen.“
Das beherrschende Thema ist allerdings die Zahl der verletzten Spieler, was sich seit Trainingsbeginn durchzieht. „Wir hatten acht verletzte Feldspieler im Trainingslager dabei, die am Spiel nicht teilnehmen konnten. Das ist sehr schwierig und trifft uns in allen Lagen extrem hart.“ Als Beispiel führt er für Dienstag an „Wir hatten im Training drei Spieler gehabt, die letztes Jahr da waren, der Rest sind alles ganz junge Spieler. Die einfach nur viel lernen müssen, die kann man da nicht in die Verantwortung nehmen und das ist echt ultra bitter.“ Eine unschöne Premiere in seiner Trainerlaufbahn.
Im Hinblick auf das Pokalspiel ist er daher vorsichtig. „Wir treffen höchstwahrscheinlich auf einen sehr motivierten Gegner. Da ist mit Sicherheit noch eine Aufstiegseuphorie vorhanden, gepaart mit der Motivation, einen Verbandsligisten zu schlagen. Qualitativ kann ich zu den Dettingern nichts sagen, da ich sie noch nie gesehen habe.“ beschreibt Johannes Pfeiffer die Ausgangslage. “ Dadurch und durch unsere personelle Situation ist es echt schwer, eine Prognose fürs Wochenende abzugeben. Klar, wir wollen das Spiel gewinnen und in die nächste Runde einziehen.“
„Der Favoritenrolle wollen wir gerecht werden und wir wollen auch den nächsten Schritt machen in der Entwicklung, im Zusammenspiel und die nächsten Themen umsetzen. Wenn wir das hinbekommen, sind wir zufrieden und wenn wir dann noch belohnt werden mit der nächsten Runde, ist das gut. Wir werden den Gegner definitiv nicht unterschätzen.“ so Johannes Pfeiffer weiter.
„Über allem steht trotzdem, dass wir keine weiteren Verletzten mehr haben. Der Fokus ist nun mal auf den Rundenstart am 15.August ausgerichtet. Da ist noch knapp dreieinhalb Wochen Zeit.“
