
VfB Friedrichshafen – TSV Ehningen (Samstag, 15:00 h)
Historisch betrachtet war der VfB Friedrichshafen in den 70er und 80er Jahren langjährig Verbandsligist. Ganz früher Dauergast in der 1. Amateurliga, bzw. Oberliga. Seit den 2000er Jahren ist man bereits fünf Mal aufgestiegen, verblieb aber nie länger als zwei Jahre am Stück auf diesem Niveau. Zuletzt gelang der Aufstieg 2025.
Die Zuschauer aus Ehningen erwartet eine besondere Spielstätte. Das Zeppelinstadion ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage. Es fällt durch die futuristische Überdachung der Haupttribüne auf. Das Dach ist wie vier nebeneinander stehende Sonnenschirme angeordnet. Das Fassungsvermögen beträgt 12.000 Zuschauer!
Im Zentrum des sportlichen Interesses steht in Friedrichshafen allerdings Volleyball. Die erste Männermannschaft spielt seit 1987 durchgehend in der Bundesliga, gewann 13 Deutsche Meisterschaften und ist Rekordpokalsieger.
Es ist zugleich ein Kellerduell, wie auch ein Duell der großen Hoffnungen, wenn der Vorletzte VfB Friedrichshafen auf den drittletzten TSV Ehningen trifft. Beide Mannschaften hoffen den Turnaround zu schaffen und innerhalb der Abstiegszone wichtigen Boden gut zu machen.
Schon Ende Juni prognostizierte die lokale Presse den Gastgebern eine vermutlich schwierige Saison, nachdem trotz einer langen Siegesserie der Nichtabstieg in der Runde davor erst zuletzt feststand. Trotzdem wurde nach dem verpatzten Start in die Saison das probate Mittel eines Trainerwechsels gezogen. Die Zusammenarbeit mit Trainer Stephan Steinhauser wurde vor einem Monat beendet, Pascal Rasmus fungiert seitdem als Spielertrainer.
Das schien auch von Erfolg gekrönt. Im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel siegten die Seehasen mit 1:2 in Fellbach, um dann gegen Bietigheim-Bissingen im Heimspiel Unentschieden zu spielen. Am vergangenen Wochenende setzte es aber die erste Niederlage, als man, aus Sicht des VfB unglücklich, 1:3 bei Calcio Leinfelden-Echterdingen unterlag. Spektakulär davor das Spiel in Rutesheim, als man einen 0:4 Rückstand egalisierte und kurz vor Schluss doch noch mit 5:4 unterlag.
Für das Spiel am Wochenende bedeutet das, der VfB Friedrichshafen steht unter dem Druck des gewinnen müssens und wollens, hat in der Verbandsliga wie fast alle Mannschaften die hinten drin stehen schon einige ordentliche Leistungen und enge Ergebnisse erreicht und wartet wie die Blaugelben auf die Trendwende.
Besondere Beachtung verdient neben dem genannten Spielertrainer Kai Kramer, der als Mittelfeldspieler bereits auf sieben Saisontore kommt und in den die Gastgeber große Hoffnungen setzen.
In der Liga zeichnet sich im Moment eine Art Zweiteilung ab. Platz 1 bis 7 spielen oben, ab Platz 8 beginnt die Abstiegszone. Der TSV Ehningen muss im Moment nur einen Punkt aufholen, um die Abstiegsplätze verlassen zu können. An diesem Wochenende könnte sich einiges bewegen, da die Mannschaften der beiden Tabellenhälften quasi untereinander spielen.
Die personelle Situation sieht für den TSV recht entspannt aus. Im Gegenteil, der ein oder andere wird es nicht in den Spieltagskader schaffen. „Durch die sehr dichte Leistungsstärke im Kader bedeutet das für Spieler, die mit Sicherheit nicht viel schlechter trainieren oder auch spielen, dass kein Platz im Kader oder in der Aufstellung möglich ist, das ist aktuell sehr sehr schade.“ befindet Johannes Pfeiffer. Philipp Seemann ist angeschlagen und war krank, Adrian Körtge Corall war zuletzt krank, Mikael Dagli ist weiter verletzt. Bei 2-3 Spielern gibt es noch kleine Fragezeichen.
„Nach dem Trainerwechsel hat Friedrichshafen gepunktet, aber zuletzt verloren. Der Gegner ist im Detail sehr schwer einzuschätzen. Insofern gilt, wir wollen uns auf uns fokussieren. Wir werden natürlich schon ein bisschen gucken was macht der Gegner, aber das Hauptaugenmerk liegt auf unserem eigenen Spiel.“ führt der Ehninger Coach aus. „Schon gegen Rutesheim haben wir wieder das ein oder andere hinzugewonnen, was uns helfen wird in Zukunft vielleicht auch besser oder erfolgreicher zu spielen. Dieses Ziel verfolgen wir, wollen in unsere Abläufe in eine Routine kommen und uns so einspielen.“
„Wie gegen Rutesheim ist das die Basis um in den nächsten Wochen zu punkten. Das Minimalziel ist auf jeden Fall, dass wir einen Punkt aus Friedrichshafen mitnehmen. Aus dem Spielverlauf ergibt sich, ob das dann positiv oder negativ ist. Das heißt unser Fokus liegt darauf, dass wir das Spiel gewinnen, mal wieder einen Dreier holen und uns dann für den Aufwand belohnen.“ macht er kein Geheimnis was herausspringen soll. „Dafür wird aber wieder eine Willensleistung erforderlich sein. Wir müssen am Ball ein bisschen ruhiger, zielstrebiger und genauer spielen. In der Defensive müssen wir die gleichen Themen abrufen wie gegen Rutesheim, Friedrichshafen weg verteidigen und anders als letztes Wochenende unsere Tore machen.“
„Wenn wir das schaffen, bin ich davon überzeugt, dass wir mal wieder dreifach punkten und hoffentlich dann die lange Heimreise von Friedrichshafen mit guter Laune im Bus antreten.“ hofft Johannes Pfeiffer, wie das gesamte Umfeld – weiterhin fehlt ja nicht viel, um in der Tabelle klettern zu können.
Interessierte Fans können sich noch für die gemeinsame Busfahrt anmelden.

