
TSV Ehningen – SKV Rutesheim (Samstag, 14:00 h)
Kann man nach vier Niederlagen am Stück, davon drei zu Hause zufrieden sein? Nein, dass kann man nicht! Muss man deswegen in Panik verfallen? Nein, dass muss man nicht!
Nüchtern betrachtet steht der TSV Ehningen nach 8 Spieltagen in der Verbandsliga nur einen einzigen Punkt hinter dem Tabellenplatz, der die Erfüllung des Saisonzieles bedeuten würde. Das unter der Berücksichtigung, dass man schon gegen sieben der acht vorne platzierten Teams gespielt hat!
Das heißt, es sind nun die „Wochen der Wahrheit“, wie es schon in der Presse zu lesen war, angebrochen. Alle der kommenden Spiele sind nun welche um den Klassenerhalt und jeder Punkt, vor allem jeder Sieg bedeutet, dem Saisonziel näher zu kommen.
Allerdings ist unverkennbar, dass die Punkte nicht auf dem Silbertablett serviert werden, sondern der jeweilige Gegner sich gegen die Blaugelben ebenfalls Punkte ausrechnet. Einerseits bedeutet jede Partie nun Existenzkampf, andererseits muss die Mannschaft die Leichtigkeit, Effizienz und das Spielglück, die in der ersten Phase der Saison spürbar waren, wieder für sich zurückgewinnen.
Das mit kühlem Kopf, heißem Herzen und vollem Einsatz anzugehen, ist die Herausforderung für das Team von Trainer Johannes Pfeiffer. Sollte das gelingen, kann man die Ausgangsposition in Richtung Winterpause positiv ausbauen und damit ein Zwischenziel erreichen.
Das in den letzten Wochen erlebte und erlernte nun umzusetzen, in positive Energie umzuwandeln, sind die Anforderungen an das Team. Vor allem in puncto Zweikampfhärte – und dazu gehört wohl in der Verbandsliga auch das halten, was von kaum einem Schiedsrichter mehr gepfiffen wird – die Kaltschnäutzigkeit, der Zug zum Tor und einige andere Dinge, gehören zum Repertoire das nun gezeigt werden muss.
Der Mitaufsteiger aus der Landesliga Staffel 1, SKV Rutesheim, ist dabei nicht als Aufbaugegner zu verstehen. Der Verein der zuletzt von 2017 bis 2023 am Stück in der Verbandsliga verbrachte, will sich dort wieder etablieren und hat ein ehrgeiziges Umfeld und sehr gute Spieler. Herausragend bisher Laurin Stütz, der nicht nur letztes Jahr 34 (!) Tore in der Landesliga erzielte, sondern mit 7 Treffern auch dieses Jahr seine Klasse unter Beweis gestellt hat.
Christopher Baake, dem Verein als Spieler, spielender Co-Trainer und Trainer seit ewigen Zeiten verbunden, wird auf der Schalkwiese drei Punkte entführen wollen, der TSV sollte das verhindern und kann seinerseits bei einem Erfolg sogar am Gegner vorbei ziehen.
Mikael Dagli ist verletzt, Adrian Körtge Corral durch die gelb rote Karte gesperrt, Max Grausam hat das Mannschaftstraining wieder aufgenommen und wird langsam herangeführt. Ansonsten stellt sich die personelle Situation relativ entspannt dar und gibt Möglichkeiten.
„Mit Rutesheim erwarte ich einen sehr spielstarken Gegner, der auch mit Sicherheit noch in der Tabelle klettern wird. Sie hatten bis jetzt immer enge Ergebnisse, haben es eigentlich echt gut gemacht. Es ist eine eingespielte Truppe, mit vielen Fußballern in einem richtig guten Alter, die schon eine Weile zusammen spielen“ weiß Johannes Pfeiffer über den Gegner. „Sie sind letztes Jahr wirklich souverän aufgestiegen und hatten keinen großen Umbruch im Sommer. Insofern sind die Gegebenheiten sehr gut, man konnte nahtlos anknüpfen. Bisher ging aber das ein oder andere Spiel glaub echt unglücklich verloren.“
„Für uns ist es natürlich ein bisschen eine andere Situation. Wir hatten die letzten Wochen eigentlich echt immer Mannschaften, wo wir nicht der Favorit waren. Das sind wir aus meiner Sicht immer noch nicht. Es ist auch kein 50/50 Spiel, Rutesheim ist schon ganz klar der Favorit. Aber nach außen ist es schon noch mal was anderes, ob wir gegen Göppingen oder Rutesheim spielen. Da erwartet das Umfeld schon irgendwo etwas zählbares.“
„Ich glaub, dass da schon mehr Druck da ist, als es die letzten Wochen der Fall war, obwohl es definitiv nicht einfacher wird, weil wir jetzt einfach auch mit diesem Druck umgehen müssen. Es wird auch ein anderes Spiel, wir dürfen die nicht irgendwie auf die leichte Schulter nehmen und meinen, ja, das wird schon irgendwie werden. Wir müssen da zu 100 % wach sein, dürfen nichts zulassen und wenn wir das schaffen, dann glaube ich schon, dass wir eine Chance haben, das Spiel zu ziehen.“ kann man den Worten des Coaches Erwartungen und Warnung entnehmen. „Nur weil wir jetzt gegen einen Gegner spielen, der in unserer Tabellenregion spielt, heißt es nicht, dass es automatisch ein Selbstläufer wird und weniger als 100 % ausreichen um zu gewinnen, das ist definitiv nicht der Fall. Wir werden alles reinhauen und uns hoffentlich nach einer langen Durststrecke auch mal wieder mit Punkten belohnen und ein gutes Spiel abliefern. Das würde auch wieder Selbstvertrauen für die nächsten Wochen geben. Das ist wichtig weil viele direkte Duelle anstehen.“

TSV Ehningen II – KFIB Sindelfingen (Sonntag, 13:00 h)
Bisher zeigen die Sindelfinger in dieser Saison noch nicht die Form der letzten Jahre. Da gelang es jeweils vorne in der Kreisliga B mitzuspielen, nach oben hat es allerdings nicht gereicht. Die Duelle zwischen der zweiten Mannschaft des TSV Ehningen und dem KFIB gingen in den letzten zwei Spielrunden jeweils je einmal zugunsten eines der beiden Vereine aus.
Insofern ist das Team der Schalkwiesenkicker voll gefordert, um mit einem Sieg den Anschluss nach vorne halten zu können. Dabei will man an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen und das wäre sicherlich auch notwendig.
„KFIB ist ein Gegner, den wir aus der Vorsaison ja schon kennen und die eigentlich immer unter die Top drei Mannschaften in der Liga gehören. Jetzt allerdings sind sie drittletzter, wollen von dort weg und haben letzte Woche gegen Jahn Büßnau gepunktet, einem starken Gegner.“ sieht sich Ishak Bayrak gewarnt. „Vielleicht haben sie sich wieder gefangen. Unabhängig davon müssen wir nach uns schauen, unser Spiel machen und vor allem ist es für uns wichtig, dass wir Punkten!“
„Wir sind die Woche drauf spielfrei und wollen den Abstand nach oben nicht zu groß werden lassen. Der Gegner verfügt über eine starke Offensive, wir haben eine starke Defensive, es wird auch wieder so ein Geduldsspiel sein. Wir dürfen den Gegner auf gar keinen Fall unterschätzen, dann können und werden die Punkte auch in Ehningen bleiben.“ die klare Ansage des Spielertrainers, der selbst schon 6 Tore beigesteuert hat.
