Neue Gäste auf der Schalkwiese – ein Traditionsverein, ein relativ neuer

TSV Ehningen – 1. Göppinger SV (Samstag, 14:00 h)

Die – sehr frei nach Picasso „rote Phase des TSV Ehningen“ – alle bisherigen Punktspielgegner wie auch der Pokalgegner Sonnenhof Großaspach haben als dominierende Farbe rot in ihren Wappen – verläuft, um im Bild zu bleiben, bisher fast wie gemalt. Mit dem pSpiel am Wochenende endet diese Phase zunächst.

Mit sieben Punkten aus den bisherigen vier Spielen kann man gut leben. Bei den kommenden Partien gegen Göppingen, Schwäbisch Hall und Hofherrnweiler hängen die Trauben hoch und 3-4 Punkte aus diesen Begegnungen könnten zusammen schon gut tun. Das Besondere: alle drei Spiele in Folge finden auf der Schalkwiese statt.

Die Eichhörnchen-Taktik, Punkt für Punkt zu sammeln, ist für einen Aufsteiger sicher die erfolgsversprechende Vorgehensweise. Nicht zuletzt, weil die Leistungsunterschiede zwischen den Spitzenmannschaften und dem Rest nicht so riesig sind, was zuletzt das Spiel von Calcio Leinfelden-Echterdingen in Göppingen gezeigt hat. Insofern muss man emsig weiter Punkte anstreben.

Die Analogie der Gäste zum FC Bayern München wurde schon vor dem vergangenen Wochenende gezogen. Zu groß sind die Ressourcen des Vereins, der vor 16 Monaten noch in der Regionalliga spielte – und damit drei Klassen über dem TSV Ehningen – und mit aller Macht zumindest die Rückkehr in die Oberliga anstrebt. Insofern passt der Vergleich ins Bild, als auch Göppingen durch ein Unentschieden die absolute Spitzenposition einbüßte.

Auch eine Personalie unterstreicht dies. Der Traditionsverein vom Hohenstaufen befeuert die Wiedergutmachungserwartungen dabei allein schon durch einen Namen. Man verpflichtete den amtierenden Oberliga-Torschützenkönig Cristian Gilés Sanchez, Ex-Knipser der Stuttgarter Kickers, von Türkspor Neckarsulm! Er schoss in den letzten beiden Runden 52 Tore in der Oberliga und kommt insgesamt bei 208 Spielen im oberen Amateurbereich auf 136 Tore! Hier würde der Bayern-Vergleich in Richtung Harry Kane zielen.

Also alles in allem eine echt große Hausnummer, was die Gäste als Verein anbelangt, und die einzelnen Spieler mit höherklassiger Erfahrung. Nicht zuletzt deswegen war die Pokalpartie gegen Sonnenhof Großaspach so etwas wie eine Vorbereitung auf dieses Spiel.

Aktuell ist die Trainingsbeteiligung sehr gut. Weiter fehlt Max Grausam, bei dem immer noch nicht klar ist, was am Ende dabei rauskommt, sowie Dean Boughanmi, der noch in einem Auslandssemester weilt. Einige Spieler haben das Training wieder aufgenommen. Vor allem Nils Hesmer, der aus einem Auslandsaufenthalt in Singapur zurückkam, macht einen richtig guten und fitten Eindruck und kann so einen Gewinn für das Team bedeuten. Wermutstropfen ist eine Schulterverletzung bei Philipp Seemann aus dem Spiel in Ulm, der zwar auf einen Einsatz am Samstag drängt, wo aber noch ein großes Fragezeichen dahintersteht, was einen sehr schmerzhaften Ausfall bedeuten würde.

„Mit Göppingen kommt ja der Topfavorit auf die Schalkwiese. Bisher überzeugten zwar die Ergebnisse, spielerisch allerdings war es noch nicht ganz so krass, je nachdem wie natürlich der Anspruch ist Fußball zu spielen.“ konstatiert Trainer Johannes Pfeiffer. „Von den Mitteln, vom Stadion her, von den Spielern, von den Namen und was auch sonst noch dahinter steckt ist das mit Sicherheit die ambitionierteste Mannschaft der Liga. Intern gibt es nur ein Ziel, das ist der Aufstieg. Damit trifft am Wochenende aus meiner Sicht der Verein mit dem größten Budget, der größten Anlage und dem wahrscheinlich höchsten Gesamtwert, auf den Verein mit den geringsten Werten.“

„Sportlich ist es also wieder das Kräftemessen „David gegen Goliath“ und wir dürfen uns auf einen richtigen Brocken einstellen. Trotzdem hat die Erfahrung aus den letzten Wochen gezeigt, dass wir mit Sicherheit auch mithalten können. Es muss natürlich schon viel für uns laufen und wir müssen einen guten Tag erwischen.“ zeigt der Coach die Herausforderung auf. „Wichtig ist es gut ins Spiel zu finden und wir müssen es schaffen, die Stärken des Gegners und die zweifelsfrei vorhandene individuelle Qualität von einzelnen Spielern unter Kontrolle zu bekommen. Wenn wir das hinbekommen bin ich auf jeden Fall davon überzeugt, dass wir auch punkten können und das ist natürlich unser Ziel. Wir werden sehen, wie wir es schaffen uns zu wehren und natürlich auch sehen, wie gut Göppingen es schafft das eigene Spiel durchzusetzen.“

TSV Ehningen II – 1. FC Lauchhau-Lauchäcker 04 (Sonntag, 13:00 h)

Am Sonntag erwartet man den nächsten neuen Gegner. Der 1. FC Lauchhau-Lauchäcker reist aus Stuttgart Vaihingen an. Ein noch jüngerer Verein, denn das 04 im Namen steht für 2004, dem Gründungsjahr.

Auch wenn vielen, selbst in Stuttgart, noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, hat man bereits zwei Perioden in der Kreisliga A verbracht, nämlich von 2012-2017 und von 2018-2022, ist also sportlich ambitioniert und zu beachten. Letztes Jahr wurde man 3. in der Kreisliga B, was das klar unterstreicht.

Mit einem Unentschieden gegen Steinenbronn gestartet, unterlag man zuletzt gegen Büsnau II. „Wir haben am Sonntag wieder einen unbekannten Gegner. Fokus ist daheim, es einfach besser zu machen als gegen Fortuna Böblingen.“ blickt der Ehninger Coach voraus.

„Am Sonntag gegen den 1. FC Lauchhau-Lauchäcker, erwarten wir die dritte unbekannte Mannschaft in dieser Runde. Das dritte Spiel jetzt und ein weiterer unbekannter Gegner, zu dem man ehrlich gesagt nicht viel sagen kann. Selbst die Tabelle nach dem zweiten Spieltag gibt keinen Aufschluss und hat nichts zu bedeuten.“ zuckt Trainer Ishak Bayrak etwas mit den Schultern. „Wir werden den Gegner auf jeden Fall auch nicht unterschätzen. Es wird für uns noch mal ein ähnliches Spiel wie gegen Fortuna und damit ein Geduldsspiel, so schätze ich die Gästemannschaft ein, von der Qualität her. Das wird keine schlechte Mannschaft sein, wir müssen einfach nach uns schauen.“

„Wenn wir oben dranbleiben wollen, müssen wir am Sonntag punkten.“ auch beim Ehninger Spielertrainer taucht ein dicker Wermutstropfen auf. „Leider hat sich während der Woche im Training Ahmet Tütüncü verletzt und man muss das MRT abwarten, wie lange er ausfällt. Das wiegt besonders schwer, weil er für die neue Saison der Kapitän war, der die Mannschaft wirklich gut geführt hat und auf dem Platz immer da war und in den Trainingseinheiten immer Vollgas gegeben hat.“

„Das werden wir jetzt wahrscheinlich auch ein bisschen merken“ leitet der Coach ab um dann aber klar anzusagen „Nichts desto trotz: wir haben einen großen Kader über den wir froh sind und wir haben Spieler wie Steffen Benzinger, Emir Görkem oder Ahmet Yangöz die auf dieser Position ersetzen können. Für mich zählt eigentlich nichts anderes, außer Sonntag drei Punkte in Ehningen zu behalten.“