Kapitel 2 in der Verbandsliga

 

Mit der Reise und dem Spiel beim FSV Hollenbach wird das nächste Kapitel in der Verbandsliga-Geschichte des TSV Ehningen aufgeschlagen. Hatte man es im ersten Spiel mit einem Mit-Aufsteiger zu tun, trifft man nun auswärts auf einen der beiden Top-Titelfavoriten der Liga. Neben dem Göppinger SV ist es der Gastgeber, der als Absteiger aus der Oberliga direkt wieder dorthin zurück möchte!

Im Gegensatz zu den in den letzten Wochen thematisierten Wechselorgien in allen Ligen bildet die Mannschaft aus der Nähe von Bad Mergentheim eine wohltuende Ausnahme. Trainer Reinhard Schenker sieht trotz des Abstiegs eine besondere Stärke im Zusammenhalt. „Unser Team ist ein eingeschworener Haufen, der sich auch abseits des Platzes sehr gut versteht. Es gibt nicht die eine Stärke, auf die wir uns verlassen können. Vielmehr sind meine Jungs in allen Bereichen gut. Aber es schlummern auch noch überall Potenziale. Diese freizulegen ist die Verantwortung des Trainerteams, und ich denke, dass wir uns aktuell auf einem guten Weg befinden“. Das wird unterstrichen durch wenige Abgänge und auch eine sehr überschaubare Zahl von Zugängen.

Man trifft also auf einen eingespielten Gastgeber mit klaren Zielen. So ist es auch nicht überraschend, dass man auf dieser Basis im ersten Spiel bei Calcio Leinfelden-Echterdingen mit 0:4 gewonnen hat ohne glänzen zu müssen. Herausragend dabei Hannes Scherer, der drei Treffer beisteuern konnte. Er hat seine Qualitäten davor schon in der Oberliga und davor in der Regionalliga gezeigt.

Den FSV Hollenbach gibt es seit 1970, bis Mitte der 90er Jahre verlief die Entwicklung des Vereins eher unauffällig. Kreisliga und später Bezirksliga waren die Stationen. Im Jahr 2000 erreichte die erste Mannschaft die Meisterschaft in der Bezirksliga Hohenlohe und stieg in die Landesliga auf. Erste überregionale Aufmerksamkeit erlangte der durch den ortsansässigen Sportbekleidungshersteller JAKO unterstützte Verein mit der Meisterschaft in der Landesliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga Württemberg im Jahr 2007. In der Saison 2009/10 wurde man Meister und stieg in die Oberliga Baden-Württemberg auf. In der Oberliga hielt man sich sieben Spielzeiten. 2017 musste man in die Verbandsliga absteigen, der Wiederaufstieg gelang 2022, diesen Sommer ging es zurück in die Verbandsliga.

Die Frage wird also sein, ob sich die Schalkwiesenkicker auch mit einem solch arrivierten und ambitionierten Gegner messen können. Der Sieg in der vergangenen Woche auf einem Landesliga-Spitzenniveau kann sicher weitere Kräfte freigesetzt haben und das Selbstbewusstsein wachsen lassen. Nun ist man gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner gefordert. In der Bundesliga wäre es in etwa vergleichbar mit einem Duell Borussia Dortmund gegen SV Elversberg.

Erste Umstellung für den TSV Ehningen wird sein, sich daran zu gewöhnen, in der Mehrzahl der Auswärtsspiele in „richtigen“ Stadien anzutreten. So hat die JAKO-Arena eine überdachte Tribüne, gehört aber insgesamt zu den kleineren Anlagen. Es bleibt zu wünschen, dass der jungen Ehninger Mannschaft in diesem Umfeld das Herz nicht in die Hosen rutscht, sondern dass es sogar motivierend wirkt.


„Wir freuen uns sehr auf das Spiel am Wochenende auch wenn wir wissen, dass die Herausforderung aus meiner Sicht kaum größer sein könnte.“ ist sich Johannes Pfeiffer der Aufgabe klar. „Für mich ist Hollenbach die vermeintlich stärkste Mannschaft der Liga, es gab kaum Umbruch im Sommer und sie sind extrem heimstark. Laut unseren Informationen ist es einfach sehr schwierig dort zu spielen, es ist so etwas wie ein Heimmythos entstanden. Dazu kommt natürlich, dass der Gegner eine sehr hohe Qualität im Kader hat und sehr eingespielt ist.“

Er hebt den Gastgeber klar auf das Favoritenschild „Aus meiner Sicht das schwerste Spiel der ganzen Saison. Also ich glaube auswärts in Hollenbach ist nicht ohne! Trotzdem fahren wir hin und haben Selbstvertrauen getankt, mit dem Sieg gegen Balingen. Wir haben dort auch nichts zu verlieren. Von außen betrachtet rechnet jeder mit einer klaren Niederlage. Deswegen können wir an sich nur gewinnen. Das ist zum einen Erfahrung, in einer Entwicklung die wir in den nächsten Wochen noch definitiv brauchen werden. Zum anderen können wir schon auch Punkte mitnehmen, das zeigt die Fußballgeschichte. Dazu brauchen wir natürlich schon einen Super-Tag, dürfen definitiv nichts zulassen und müssen sauber verteidigen und brauchen natürlich auch wieder das Spielglück wie gegen Balingen.“

„Es wird mit Sicherheit auch taktisch die ein oder andere Anpassung geben. Es wird sich jetzt auch noch zeigen, wer dann am Wochenende zur Verfügung steht. Aber klar, wir werden natürlich schon die etwas robusteren Spieler aufbieten.“ gibt er zumindest einen kleinen Einblick in eine mögliche Herangehensweise.

Die personelle Situation bleibt weiterhin etwas diffus. Neben den bekannten Langzeitausfällen bekommt Luca Fenchel eine Pause, der schon einige Wochen mit einer Kopfverletzung laboriert, Philipp Seemann kam krank aus dem Urlaub zurück 

Am Donnerstag klärt sich dann in Richtung Wochenende wer tatsächlich einsatzfähig ist. Der Coach geht davon aus, eine große Auswahl von Spielern zu haben. Beim ein oder anderen muss man sehen ob er 90 Minuten gegen einen solchen Gegner gehen kann. „Es war ja schon im ersten Spiel werden, ob da natürlich jeder schon in der Lage ist, ging So ein Gegner 90 Minuten spielen das bezweifle ich jetzt einfach mal aber ja es wird man dann sehen und es war ja auch im ersten Spiel so, dass wir Gott sei Dank, mit einer guten Bank dabei waren, mit Spielern die frische Impulse setzen könnten.“ zeigt der Ehninger Coach auf.

„Wir wollen uns nicht nur verstecken, sondern schon auch versuchen mutig zu sein, situativ gut zu reagieren, dann werden wir sehen was am Wochenende passiert. Wir freuen uns auf das erste Auswärtsspiel und wenn wir natürlich Punkte mitnehmen, dann wär’s natürlich schon sensationell.“ sagt er hoffnungsfroh.