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Aufstieg in die Verbandsliga – DAS Highlight zum 90jährigen Jubiläum – ein Rückblick
Im Rückspiegel betrachtet war der TSV Ehningen über die letzten Jahrzehnte meist in einem ruhigen Fahrwasser. Viele sahen in den Blaugelben eine graue Maus.
Ende der 70er Jahre stieg man nach einem Abstieg in die Kreisliga A sofort wieder auf. Mit kurzen Ausnahmen sollte dann die Bezirksliga die angestammte Heimat werden. Anfang der 80er, Anfang der 90er und noch einmal 2010/11 gab es kurze Ausschläge in Richtung Landesliga. Rückblickend betrachtet spielte man sehr stabil viele Jahre auf Bezirksebene, was an sich schon eine sehr beachtliche Leistung war. Ein Auf und Ab, wie bei vielen Nachbarvereinen, gab es nicht – in der Folge war man von außen betrachtet – auch in der Presse – eher uninteressant und unauffällig.
Seit der Saison 2018/19 hat sich das etwas gewandelt. Man setzte sich überraschend gegen favorisierte Teams in der Bezirksliga durch und stieg so in die Landesliga auf. Sollte es wieder nur ein Kurzgastspiel werden? Nein! Diesmal schafften es die Schalkwiesenkicker sich in dieser Klasse langfristig zu etablieren. Nach Platz 9 in der Saison nach dem Aufstieg folgten Platz 1 (ohne Aufstieg/Corona-Saison), Platz 4, Platz 2 (Relegation zur Verbandsliga bis zur 2. Runde), dann die Plätze 3 und 5. Man war also durchgängig im Vorderfeld, zuletzt auch nach dem strukturbedingten Wechsel von der Staffel 3 in die Staffel 2.
Dieser Wechsel stellte noch einmal eine besondere Herausforderung dar, da sich in diesem Gebiet ein schier unerschöpfliches Reservoir von hervorragend ausgebildeten Jugendspielern aus dem Umfeld von VfB, Kickers, Heidenheim, Aalen, Ulm und vielen Oberligisten tummelt. Da mitzuhalten stellte den Verein vor ganz andere Aufgaben als in der Vergangenheit. Unter diesem Aspekt ging man auch vorsichtig in die letzte Saison.
Der mit dem Aufstieg gekrönte Triumph war zu Saisonbeginn nicht absehbar. Die Zielsetzung war eine völlig andere. „Wir hatten offiziell das Saisonziel, die Liga zu halten. Das hat sich dann irgendwann so ein bisschen zum ‚Die vorderen Plätze ärgern‘ geändert. Letztendlich entstand in der Schlussphase erst so richtig der Glaube daran, dass man es schaffen kann.“ wurde Trainer Johannes Pfeiffer zitiert.
Der Schlüssel zur Meisterschaft lag in einer beeindruckenden Konstanz während der zweiten Saisonhälfte. Allerdings war der Start im neuen Jahr noch etwas holprig. Nachdem es durch angekündigte Wechsel dicke Luft in der Kabine gab, raufte man sich beeindruckend zusammen, brauchte aber einige Spiele um Schwung aufzunehmen. Während die Konkurrenz in der entscheidenden Phase Nerven zeigte, nutzte Ehningen die Gunst der Stunde. Die individuelle Klasse, Spielglück, das auf Selbstvertrauen und Wille gründete und die Fähigkeit, Rückstände am Ende in Siege zu verwandeln, ermöglichte eine nicht für möglich gehaltene Sensation: Aufstieg in die Verbandsliga!
An dieser Stelle sei die Mannschaft, das Trainerteam aber auch Abteilungsleitung, Spielleitung, der Ausschuss und das Umfeld ausdrücklich gelobt – ohne 100%igen Einsatz wäre dieser unerwartete und nie dagewesene Erfolg nicht möglich geworden. Es ist die Krönung im Jahr des 90jährigen Jubiläums der Fußballabteilung des TSV Ehningen.
Dass man nun als einzige Mannschaft im Kreis Böblingen in der Verbandsliga antritt stellt ein Novum dar, verbunden mit dem besonderen Reiz, das unmögliche möglich zu machen: den Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse des WfV mit seinen fast 1800 Vereinen, knapp 13000 Mannschaften und rund 633000 Mitgliedern.
Dass dies mit 10 verbliebenen und 15 neuen Spielern angegangen wird zeigt, wie groß die Challenge ist – viel Glück und Erfolg dabei, dem Team des TSV Ehningen.
